Die Batterie Paarmündung
Die Batterie Paarmündung war ein spezialisiertes Verteidigungswerk der Königlich Bayerischen Landesfestung Ingolstadt. Errichtet in der kurzen Bauphase von März 1891 bis März 1892, diente sie als taktische Ergänzung des erweiterten Festungsgürtels, der aus insgesamt 12 Forts und 7 Zwischenwerken bestand. Dieser Ausbau war die direkte Reaktion der Festungsbauleitung auf die rasante Weiterentwicklung der Geschütztechnik im ausgehenden 19. Jahrhundert.
Strategische Lage und Aufgabe
Geografisch befand sich die Anlage in der Nähe von Großmehring, jedoch auf der gegenüberliegenden, südlichen Donauseite. Der Batterie kam eine klare taktische Funktion zu: Gemeinsam mit dem Zwischenwerk Nr. 6 und dem auf der nördlichen Donauseite gelegenen Zwischenwerk Nr. 5 sollte sie die breite Lücke in der Verteidigungslinie zwischen dem Fort VI Prinz Karl und dem Fort VIII bei Manching schließen.
Architektur und Bewaffnung
Aufgrund ihrer Lage in den feuchten Donauauen war die Batterie von einem Wassergraben als Annäherungshindernis umgeben. Im Gegensatz zu den massiven Forts der Hauptlinie fiel der Ausbau der Batterie Paarmündung jedoch vergleichsweise bescheiden aus. Da das sehr sumpfige Gelände der Umgebung militärisch schwer passierbar war, wurde die südöstliche Seite des Fortgürtels als weniger bedroht eingestuft. Ein stärkerer, kostenintensiverer Ausbau der Anlagen erschien den Planern daher nicht notwendig.
Die bauliche Substanz umfasste:
- Einen einzigen, kombinierten Munitions- und Untertretraum, der in insgesamt 5 Kasematten unterteilt war.
- 4 Geschützstellungen, die durch einen vorgelagerten Erdwall gedeckt waren.
- Zusätzliche Querwälle (Volltraversen) zwischen den einzelnen Geschützpositionen, um den seitlichen Schutz der Bedienmannschaften zu gewährleisten.
Rückbau und wasserbauliche Neuordnung
Anders als viele andere Werke der Festung, die nach dem Zweiten Weltkrieg gesprengt wurden, endete die Geschichte der Batterie Paarmündung bereits früher und aus zivilen Gründen. Um 1920 wurde die Anlage im Zuge umfangreicher wasserbaulicher Maßnahmen – konkret dem Bau von Donau-Damm und Paar-Damm – abgetragen.
Da die Mündung der Paar deutlich stromabwärts verlegt wurde, hätten die verbliebenen Wälle der Batterie das ungehinderte Abfließen des Wassers bei Hochwasser gestört. Heute erinnern in diesem Bereich vor allem die veränderten Flussläufe und Dammstrukturen an die einstigen Eingriffe in die Landschaft.