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Die Kampffeldhohlbauten

Ab ca. 1890 wurden zur Verstärkung des vorhandenen Fortgürtels weitere, versteckt angelegte Schutzräume in den Freiräumen zwischen den Forts und Zwischenwerken gebaut. Außerdem wurden im Zuge dieser Modernisierungsmaßnahmen die sogenannten Anschlussbatterien, zusätzliche Geschützstellungen hinter einfachen Wällen rechts und links außerhalb der ursprünglichen Forts gebaut. Teil dieser Anschlussbatterien waren Munitionsräume, die von ähnlicher Bauart waren wie die Munitionsräume auf freiem Feld zwischen den Forts. Etwas größer, aber ebenfalls ähnlich im Aufbau waren die Schutzräume für Infanterie.

Alle Bauten der letzten Modernisierungsphase wurden im Rahmen der Entfestigung 1946 gesprengt. In vielen kleinen Waldstücken in der Umgebung von Ingolstadt finden sich noch Trümmer dieser Anlagen. Der einzige noch erhaltene Bau dieser Art ist der Munitionsraum der linken Anschlussbatterie des Forts Prinz Karl.
In der letzten Ausbauphase wurden insgesamt 51 eigen- ständige Bauwerke gebaut. Davon waren 24 als Muni- tionsräume in den Anschluss- batterien der großen Forts angelegt,

17 waren als Munitionsräume für die Feldartillerie in den Zwischenräumen zwischen den Forts geplant und 10 etwas größere Bauten in den Zwischenräumen waren soge- nannte Infanterie-Räume, die als Schutz für die dort eingesetzten Soldaten gedacht waren. Die I-Räume lagen etwa auf einer Linie mit den Forts, während die selb- stständigen M-Räume etwas nach hinten versetzt waren. Ein Teil der Zwischenwerke wurde erst parallel mit dem M- und I-Räumen gebaut; diese gehören daher streng genommen mit zur letzten Modernisierungsphase. Dementsprechend zeigt zum Beispiel das Zwischenwerk Großmehring einen auffällig moderneren Entwurf und das Zwischenwerk Station Manching zeigt viele bauliche Ähnlichkeiten mit den Infanterie-Räumen. Die Bauten der letzten Phase waren bereits stark standardisiert. Anders hätte man die große Zahl von Bauten wohl gar nicht mehr planerisch bewältigen können. Es sollen daher hier stellvertretend die Bauten der Westfront im Raum Friedrichshofen vorgestellt werden. In den anderen Verteidigungsabschnitten waren die Bauten sehr ähnlich.

Entsprechend der gewonnenen Überzeugung, dass die Hauptverteidigung in den Intervallen zwischen den Forts erfolgen sollte, wurde auch noch der Bau von bombensicheren Hohlbauten in Angriff genommen, welche vor allem die Infanterie und die Munition der Artillerie schützen sollten. Mehr denn je galt die Überzeugung, dass der „wahrscheinliche Gegner" aus dem Westen oder Nordwesten anmarschieren werden, womit nur Frankreich gemeint war. Man rechnete nicht mit einem förmlichen Angriff, aber mit einem abgekürzten Verfahren, dabei allerdings mit schwersten Kalibern bei der Angriffsartillerie.

Ein Infanterie-Untertretraum war für eine Kompanie Infanterie (4 Offiziere und 250 Mann) geplant,
ein Munitionsraum konnte die dreitägige Rate einer Batteriegruppe aufnehmen.

Es wurden gebaut:

Westfront:
Vier I-Räume und neun M -Räume zwischen dem 25. August 1891 und dem 31. Mai 1893.

Südwestfront:
Drei I-Räume und 2 M-Räume zwischen dem 9. September 1891 und dem 27.Dezember 1892.

Ostfront:
Zwei I-Räume, vier M-Räume sowie ein Raum für Artilleristen und Munition (A. u.M).

Nordfront:
Ein I-Raum und ein M-Raum 1893-95.
Der M-Raum Hepberg war dabei ein Novum für die Festung Ingolstadt, weil dieses letzte Werk das erste war, welches ausschließlich aus Beton errichtet wurde.