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Der Bau der Zwischenwerke

Auch hier wurde mit dem Bau an der als besonders gefährdet betrachteten Westfront begonnen, wobei es vor allem die breite Lücke zwischen Fort X und Fort Hartmann zu schließen galt, wo die Zwischenwerke Rosenschwaig und Gerolfing eingeschoben wurden.
Als Besatzung für die Zwischenwerke waren eine Kompanie Infanterie zu 250 Mann sowie vier bis sechs Geschütze samt Bedienung eingeplant. Bombensicheren Unterkunftsraum boten die Kehlkaserne sowie zwei bis drei Untertreträume, die in Hohltraversen auf dem Wall untergebracht waren, in denen auch Geschütze unterzubringen waren.

Die Zwischenwerke

Zwischenwerk Nr. 1 Gerolfing - Werk 191

Vor dem westlichen Ausgang der Ortschaft Gerolfing.
Lünette, mit nassem Graben.
Errichtet zwischen dem 1. Februar 1890 und dem 31. Januar 1892.

Zwei Zwischenwerke der linken Donauseite wurden abweichend von den anderen Werken mit einem Wassergraben projektiert. Eines der beiden war das Zwischenwerk Friedrichshofen, das zweite Zwischenwerk mit Wassergraben findet sich in Gerolfing am Ende der Akazienstraße. Auch dieses Werk ist öffentlich zugänglich, aber auch der Zerstörungsgrad ist ähnlich. Lediglich von dem linken Schutzraum auf dem Wall finden sich einige wiedererkennbare Reste.

Über das Zwischenwerk Gerolfing gibt eine Präsentation einen Einblick in die historische Lage und in die Einbindung des Werks in das heutige Stadtbild. ansehen

Zwischenwerk Nr. 2 Friedrichshofen - Werk 190

Zwischen den Forts Hartmann und von der Tann.
Lünette, mit nassem Graben.
Errichtet zwischen dem 28. November 1888 und dem 24. November 1890.

Zwei Zwischenwerke der linken Donauseite wurden abweichend von den anderen Werken mit einem Wassergraben projektiert. Eines der beiden war das Zwischenwerk Friedrichshofen, das in einem Waldstück an der Ochsenmühlstraße liegt. Die Anlage ist bis auf den Wassergraben stark zerstört, man findet nur die üblichen Mauerwerkstrümmer. Das Gelände wird als BMX-Bahn (BMX-Räder sind ähnlich einem Mountain-Bike) genutzt und ist öffentlich zugänglich

Über das Zwischenwerk Friedrichshofen gibt eine Präsentation einen Einblick in die historische Lage und in die Einbindung des Werks in das heutige Stadtbild. ansehen

Zwischenwerk 3 (Fort IIIa)

Auf dem Ochsenthomerberg, südwestlich von Wettstetten

Mit dem Bau wurde im August 1879 begonnen, die termingerechte Übergabe erfolgte am 29. August 1882.
Zwischenwerk 3 und Fort Va wiesen eine von den anderen Ingolstädter Forts abweichende Konstruktion auf, da sie nur eine einstöckige Kehlkaserne besaßen und diese auch nicht bastioniert war. Hier wurde der Graben durch eine an die Kehlkaserne angebaute Kaponniere bestrichen. Die geringere Artillerieausstattung dieser kleineren Werke, die doch den Charakter von Eckpfeilern hatten, sollte durch den Panzerdrehturm ausgeglichen werden. Warum man hier zunächst den Begriff „Zwischenwerk" verwendete, obwohl es Fort Va entsprach, bleibt unerfindlich.
Die Verstärkung erfolgte zwischen dem 26. Januar 1889 und dem 25. Januar 1891. Die Arbeiten an den Anschlussbatterien sowie weitere Verbesserungen zogen sich von 1888 bis 1892 hin.

Über das Zwischenwerk 3 (Fort IIIa) Wettstetten gibt eine Präsentation einen Einblick in die historische Lage und in die Einbindung des Forts in das heutige Ortsbild. ansehen

Zwischenwerk Nr. 4 Hepberg - Werk 224

Östlich von Hepberg. Halbredoute.
Wegen der begrenzten Mittel wurde 1894/95 nur der bombensichere Untertretraum für die Besatzung und das Glacis hergestellt sowie 1904 im Rahmen einer Pionierübung der rechte und linke Flankenwall hinzugefügt.
Das Werk verblieb in unfertigem Zustand.

An der Römerstraße von Kösching Richtung Hepberg liegt das ehemalige Zwischenwerk 4. Es wurde nur provisorisch errichtet und war vom Bauvolumen überhaupt nicht vergleichbar mit den permanenten Zwischenwerken z.B. in Friedrichshofen oder Großmehring. Es gab nur einen kleinen Schutzraum und im Rahmen von Pionierübungen angelegte Wälle. Heute erinnern nur die Grundstücksgrenzen an das ehemalige Zwischenwerk. Der Schutzraum ist ohne Spuren zu hinterlassen verschwunden, der ehemalige Werkhof ist jetzt eine Wiese.

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Zwischenwerk Nr. 5 Großmehring - Werk 193

Nordöstlich von Großmehring. Halbredoute mit trockenem Graben.
Das Werk unterschied sich völlig von allen anderen. Der Graben entlang der Facen und Flanken wurde aus Reverskaponnieren, die mit dem Werk durch unterirdische Gänge verbunden waren, bestrichen. Eine weitere Kaponniere bedrohte den Angreifer durch flankierendes Feuer in der Kehle. Das Werk besaß auch mehr Hohlräume - so auch eine Kapitalpoterne. Die Sturmfreiheit wurde durch ein Blockhaus am linken Schulterpunkt des gedeckten Weges erhöht.
Errichtet zwischen dem 23. März 1891 und dem 22. März 1894.

Das einzige voll ausgebaute Zwischenwerk mit trockenem Graben lag in der Nähe von Großmehring. Heute liegt das Gelände mitten im Ort, an der Sudetenstraße und ist in Privatbesitz. Einige Mauerwerksreste und Hohlräume sind noch vorhanden. Wegen des trockenen Grabens war die Anlage von besonderer Bauart, völlig anders als alle anderen Zwischenwerke und Forts. Der Graben wurde von Kasematten in der Außenmauer (der Kontereskarpe) gesichert. Es gab einen umlaufenden Gewölbegang in der Außenmauer und in den Ecken waren Grabenstreichen integriert. Nur der Graben auf der Rückseite war mit einer Kaponniere mit Verbindung zur Kehlkaserne gesichert.

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Batterie Paarmündung - Werk 194

An der damaligen Einmündung der Paar in die Donau. Offene Batterie für vier Kampfgeschütze mit permanenten Untertret- und Munitionsräumen.
Da Österreich mittlerweile ein Verbündeter war, wurde an der Ostfront eine Sparlösung gefunden und auf ein Zwischenwerk verzichtet.
Die Batterie ist zwischen dem 2. März 1891 und dem 1. März 1892 entstanden.

Die Batterie Paarmündung lag in der Nähe der Donaubrücke bei Großmehring, einige hundert Meter stromauf auf der rechten Seite. Die Anlage ist heute spurlos verschwunden, sie fiel der Verlegung der Paarmündung nach dem 1.Weltkrieg zum Opfer. Nicht einmal Reste der Wälle oder des Wassergrabens sind noch zu finden.

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Zwischenwerk Nr. 6 Station Manching - Werk 234

Nordwestlich des Bahnhofes Manching.
Als Halbredoute mit nassem Graben geplant.
In der Zeit vom 30. Mai 1895 bis zum 1. Juni 1897 wurden die ganze Kehlkaserne, Teile des Walles und der nasse Graben gebaut.
Das Werk blieb unfertig.

Ganz versteckt mitten in einem sumpfigen Naturschutzgebiet liegt in einer Schleife der Paar das gesprengte Zwischenwerk 6. Es war ebenfalls etwas einfacher gebaut als die „großen“ Zwischenwerke und hatte keine Schutzräume auf dem Wall, es hatte aber immerhin einen rückwärtigen Schutzraum mit zwölf Tonnengewölben, einen umlaufenden Schutzwall und einen Wassergraben. Zu erreichen ist das Trümmergelände über einen kleinen Waldweg, der von der Manchinger Straße abzweigt. Ohne Karte ist der Weg aber kaum zu finden

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Zwischenwerk 8 - Werk 142 c

Südöstlich von Zuchering

Es wurde im Rahmen einer größeren Belagerungs- und Pionierübung zwischen dem 25. August und dem 20. September 1879 als Erdwerk errichtet. Zu einem permanenten Ausbau ist es nie gekommen.

Das Zwischenwerk 8 in Zuchering war nur ein kleines Erdwerk, das im Rahmen einer Pionierübung errichtet worden war. Gemauerte Schutzräume waren nicht vorhanden. Dementsprechend ist heute das Werk vollständig unter der Wohnbebauung verschwunden, nur der Straßenname „Am Zwischenwerk“ erinnert noch an den ehemaligen Standort.

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Zwischenwerk Nr. 9 Rosenschwaig - Werk 192

Unweit der Donau, nördlich der Rosenschwaige gelegen.

Lünette mit nassem Graben.
Errichtet zwischen dem 11. September 1890 und dem 9. November 1892.

Das im Volksmund „Fort Rosenschwaig“ genannte Zwischenwerk auf der rechten Seite war von ähnlicher Bauart wie die Zwischenwerke Friedrichshofen und Gerolfing. Offensichtlich bot sich die Anlage eines Wassergrabens an der nach Westen gerichteten Front mit dem eher sumpfigen Vorgelände an. Das Zwischenwerk liegt versteckt in einem Waldstück bei Hagau in der Nähe der Siedlung Rosenschwaig. Ohne Zuhilfenahme einer Karte ist es kaum zu finden, da der letzte Teil des Weges nur ein schmaler Waldweg ist. Die Wälle und der Wassergraben sind relativ gut erhalten, auch finden sich viel mehr Trümmerreste als bei den beiden anderen Zwischenwerken. Interessant ist auch ein Spaziergang entlang der erhaltenen Anschlussbatterie auf der rechten Seite.

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Zwischenwerk Pichl

In manchen Karten neueren Datums ist ein Zwischenwerk Pichl eingezeichnet. Eine Werk-Nummer wurde aber für ein solches Zwischenwerk nicht vergeben. Möglicherweise leitet sich die Bezeichnung von einer vorübergehend eingerichteten Erdbefestigung aus einer Pionierübung ab. Ein echtes Zwischenwerk hat es aber bei Pichl nicht gegeben, obwohl sich nach Kartenlage ein zusätzliches Werk zwischen den Forts VIII und IX anbieten würde.

Zwischenwerk Hagau

In einer Übersichtskarte von ca. 1895 ist ein Zwischenwerk in der Nähe von Hagau eingezeichnet. Die Position entbehrt – wie beim Zwischenwerk Pichl – nicht einer gewissen Logik, aber auch hier gibt es keinen eindeutigen Nachweis, dass das Werk jemals realisiert wurde. Der Grundriss deutet auf eine passagere Bauweise hin, d.h. wie beim Zwischenwerken Zuchering, Hepberg und Pichl könnte die Erstellung im Rahmen einer Pionierübung erfolgt sein. Im Gelände
sind keinerlei Spuren der Anlage auffindbar.

Plan: Fortgürtel um Ingolstadt

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